Merkels „Kultstatus“ als Chance für Web-Wahlkampf der Union

Warum sich gerade für CDU/CSU eine echte digitale Mobilisierungsstrategie für die 18- bis 29-Jährigen zur Bundestagswahl 2013 lohnen könnte

In der Süddeutschen Zeitung erschien vor wenigen Tagen ein lesenswerter Artikel zu Peer Steinbrücks angeblichem Problem mit Frauen. Angeblich, weil es eher eine Frage der statistischen Betrachtung zu sein scheint und weniger eine der knallharten Fakten.

Aber ich erwähne hier diesen Artikel aus einem anderen Grund. Im letzten Absatz lässt die Autorin Evelyn Roll noch Manfred Güllner, Chef des Forsa-Instituts, auf eine interessante Erkenntnis aus seinen Zahlen hinweisen:

In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen waren in der Forsa-Umfrage der letzten Novemberwoche 59 Prozent für Merkel, bei Schülern und Studenten sogar 62 Prozent. […] Sie fällt zwar nicht so ins Gewicht, weil die Jungen in diesem Land so wenig sind, und weil so viele von den wenigen Jungen nicht wählen gehen werden.  Trotzdem ist das wirklich interessant, sagt auch Manfred Güllner: „Bei den Jungen hat Merkel Kultstatus.“ (Quelle: http://sz.de/1.1543987)

Laut der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie 2012 sind in dieser Gruppe fast 99 Prozent oder 9,7 Millionen zumindest gelegentlich online. Nur die Gruppe der  14- bis 19-Jährigen weist hier einen noch höheren Wert auf, nämlich 100%.

Infosys-Studie von Allensbach: „Das Internet ist mittlerweile ein Massenmedium“

 

Ein sehr ähnliches Bild ergibt sich beim Blick auf  die Studie zu Social Media, IT and Society (2011) des Marktforschungsinstituts Allensbach hat im Auftrag des  IT-Dienstleisters Infosys. Die Infosys-Studie analysiert nach eigener Aussage vor allem die Auswirkungen auf das Informationsverhalten der Bürger und die politische Kultur.

Demnach nutzen bereits heute knapp 60 Prozent der Bevölkerung das Internet, wenn sie sich über ein Thema, das sie interessiert, näher informieren möchten. Bei der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen (Kultstatus!) sogar 85 Prozent, siehe Grafik unten. „Damit liegt das Internet als Medium zur Befriedigung eines aktivierten und strukturierten Informationsbedarfs in der Bevölkerung nur noch knapp hinter dem Fernsehen, in der jungen Generation mit großem Abstand auf dem ersten Rang“, so die Ergebnisse der Studie.

Informationsquellen bei aktiviertem Informationsbedarf (Gesamtbevölkerung) Quelle: 1. Infosys-Studie Social Media, IT & Society 2011

Informationsquellen bei aktiviertem Informationsbedarf (Gesamtbevölkerung) Quelle: 1. Infosys-Studie Social Media, IT & Society 2011

 

Informationsquellen bei aktiviertem Informationsbedarf (14-29 Jährige) Quelle: 1. Infosys-Studie Social Media, IT & Society 2011

Informationsquellen bei aktiviertem Informationsbedarf (14-29 Jährige) Quelle: 1. Infosys-Studie Social Media, IT & Society 2011

 

Und was haben diese Zahlen mit der Bundestagswahl 2013 zu tun? Angesichts dieser beeindruckenden Nutzungszahlen wäre es sich für die Union eigentlich sinnvoll, Mittel und Leute in eine mobilisierende Netzstrategie zu stecken. Darunter würde ich weniger eine oberflächliche PR-Kampagne verstehen, sondern eine datengestützte und zielgruppengenaue Kampagene. So wie sie zuletzt erfolgreich im US-Wahlkampf eingesetzt worden ist. Ich bin gespannt.