Zur Diskussion um Seehofer-Posting: Wie auf Facebook-Shitstorm reagieren?

Meedia.de berichtet über eine Art Shitstorm, in welchem sich gerade Horst Seehofer auf Facebook befinden soll. Auslöser war ein persönliches Posting des bayerischen Ministerpräsidenten, in welchem Seehofer auf den Rückzug seines SPD-Gegenkandidaten im Wahlkreis mit Spott reagierte. Der Rücktritt des SPD-Mannes erfolgte aber „aus familiären und beruflichen Gründen“, konkreter : die „sehr komplizierte Schwangerschaft mit zum Teil lebensbedrohlichen Begleiterscheinungen“ seiner Frau.

Der CSU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl im September entschuldigte sich zwar relativ schnell selbst in einem Kommentar unter seinem Posting, aber aufgrund des flappsigen Tonfalls zog Seehofer den Ärger von einigen vielen Facebook-Nutzern auf sich. Unter dem Kommentar sind über 360 Kommentare (Stand 06.03.13, 13.20 Uhr) geschrieben worden, zum ganz großen Teil im Inhalt negativ. Dem gegenüber stehen allerdings auch knapp 630 Likes.

Löschen oder nicht löschen?

Die Fragen, die ich mir in diesem Zusammenhang stelle, sind: Sollte nicht ein Posting, von dessen Inhalt man sich zwischenzeitlich öffentlich distanziert hat, auch ganz gelöscht werden? Wäre es nicht zudem besser, die Entschuldigung Seehofers nicht (nur) in die Kommentare unterhalb des ursprünglichen Postings zu schreiben, sondern als separat als eigene neue Meldung?

Denn die Stellungnahme von Seehofer geht unter den hunderten Kommentaren komplett unter, und es kommen immer neue empörte (und teils sehr unflätige) Meinungsäußerungen hinzu. Da könnte deutlich sichtbarer Hinweis auf der Facebook-Seite hilfreich sein und für Klarheit sorgen.

Ob nun das die Kritik auslösende Posting gelöscht werden sollte, hängt meiner Meinung von seinem konkreten Inhalt und Zeitpunkt ab. Wenn gelöscht wird, kann wieder schnell der Vorwurf des „Vertuschens“ entstehen. So sollte die Löschung unbedingt öffentlich begründet werden. Im hier vorliegenden Fall halte ich es für nicht mehr geeignet, das Posting zu löschen, weil damit auch die Antwort des SPD-Kandidaten verloren ginge. Dies muss aber nicht für die zahlreichen beschimpfenden und beleidigenden Kommentare gelten.